Montag, 9. November 2009

Allein zu Haus in Melbourne.

8 Monate, 4 Tage, 24/7. So lange waren Daniela und ich tagein tagaus in Australien zusammen unterwegs. Die meiste Zeit davon auf engstem Raum in unserer Tröte. Kann man sich gar nicht vorstellen, dass wir das beide heil überstanden haben... Doch nun war der Abschied gekommen! Die Uni in Lüni ruft und fuer sie fängt das neue Semester an. Ich darf allerdings noch ein Weilchen länger in diesem wunderbaren Land verbringen.

Ohne einen richtigen Plan für danach verbrachten wir unseren letzten gemeinsamen Abend mit einem ganz besonderen Highlight. Direkt gegenüber der Innenstadt auf den Alexandra Gardens durften wir der magischen Reise des Transe Express beiwohnen - einem französischen Glockenspielorchester, dass 130 Fuss in der Höhe schwebt, und von akrobatischen Tänzerinnen begleitet wird.

























Das Ganze natürlich auch nochmal Live und in Farbe.



Noch ohne Wohnung und ohne Job übernachtete ich einfach die nächtsen Tage an den nahegelegenen Renfrey Gardens von St Kilda und schaute ab und an bei Burkart im Olembia vorbei. Zu seinem Glück hatte er jetzt nämlich den Job von Daniela übernommen und darf dort für 2 Stunden Arbeit am Tag umsonst nächtigen. Daher war der ursprüngliche Plan, uns zusammen eine nette Bleibe zu suchen, leider schnell wieder über den Haufen geworfen. Schade aber auch! So verbrachte ich die kommenden Tage mit nichts anderem als auf der Allzweck-Anzeigenseite Gumtree täglich nach neuen Wohnungsangeboten zu suchen. Nur dumm, dass die meisten Zimmer ab sofort und innerhalb 15 Minuten nach Erscheinen schon vergeben waren. Wie das genau gehen soll, habe ich mich auch des Öfteren gefragt. Dass ich nur noch knapp zwei Monate in Melbourne bleiben wollte, machte die Sache natürlich auch nicht einfacher...

Ablenken konnte ich mich von der Wohnungssuche und dem auf einmal Alleinsein nur mit guter Musik. Zum Beispiel von Meiko, einer amerikanischen Singer-Songwriterin, die ich bestimmt schon seit drei Jahren mal live sehen wollte. Sehr sympathisch, dass sie bei ihrem Gig auch gleich zu meinem Lieblingsbier griff: Coopers Pale Ale.

























Dann, nach endlosem Rumgerenne und so manchen Schwulitäten - im wahrsten Sinne des Wortes ("ich sei doch sehr nett und hübsch, aber für so kurze Zeit leider doch nicht die Idealbesetzung"), fand ich endlich mein neues zuhause in der 45 Laura Street.



















Mit einer Irin und einer Australierin wohne ich also jetzt in East Brunswick, ein paar Kilometer nördlich vom CBD. Zum Glück nicht so poserig wie St Kilda, aber ebenfalls mit einem Aldi direkt um die Ecke! Gleich am ersten Abend wurde dann erstmal mein Zimmer in netter Runde eingeweiht. Zu Besuch kam Burkart mit den beiden Mainzelmännchen (arbeiten beide beim ZDF) aus dem Hostel. Passend dazu gab's Aldiwein en masse. Das war schon mal sehr lustig!



















In der Zwischenzeit hatte ich auch schon eine Zusage für meinen neuen Job bekommen: Als Jury-Mitglied im Organisationskommitte für das St Kilda Music Festival 2010. Hier galt es aus 210 Bands die Besten auszuwählen, die nächstes Jahr auf der New Music Stage ihr Können unter Beweis stellen dürfen. Mit vier anderen Musikbegeisterten (zwei Radiomachern, einer Videoproduzentin und einem Local) musste ich also die neuen Bands entdecken, je zwei Songs anhören und mich auf deren Internet- und Myspace-Seiten über deren Gesamtbild informieren. Eine Aufgabe, die nicht besser auf mich zutreffen könnte! Zwar muss man sich erst einmal überlegen, wie man einen passenden Kommentar formuliert, der sich von all den anderen Bands klar abhebt, aber nach einer Weile hat man ein gewisses Gefühl dafür und kann dadurch auch einfacher eine Bewertung von 1-10 abgeben. Das war ein Spass!

Da ich aber nicht nur Musik hören, sondern auch sehen wollte, kam der Zufall mir gerade sehr gelegen, dass die Myspace Music Stage zurzeit in Melbourne hausierte. Hier kam ich in den Genuss, Paolo Nutini ganz akustisch mit Band spielen zu sehen.



















Die Mädels in der ersten Reihe waren von seinem Baumfällerhemd jedenfalls sehr beeindruckt!



















Weiter ging's mit ebenfalls ruhigeren Klängen von Bob Evans.



















Ganz so euphorisch war bei ihm das Publikum aber leider nicht...



















Doch ein Fan hatte wohl den ganzen vormittag in der Sonne gebrutzelt, um extra noch rechtzeitig einen Platz vorne in der ersten Reihe zu bekommen. Da würde mir auch glatt die Schamesröte ins Gesicht steigen...



















Mal wieder in St Kilda unterwegs, machte ich mich mit Burki auf, den Pier entlang zu schlendern, um einen Blick auf die dort angeblich brütenden Pinguine zu werfen. Wir konnten unseren Augen nicht trauen, als wir tatsächlich welche sahen. Leider nur im Rotlicht.



















Anschliessend baumelte ich noch ein wenig im Hängesessel am Strand herum. Wem es noch nicht aufgefallen ist, hab'ich mal wieder die Haare kurz. Eigentlich keine gross erwähnenswerte Sache, ausser dass es bei diesem Friseur gleich eine Flasche Coopers zum Haarschnitt mit dazu gab. Wahrscheinlich damit der Schock hinterher nicht allzu gross ist. Anyways, cooles Konzept!

























Ein paar Tage später war dann Männerabend bei mir in der Bude angesagt. Burkart kam mit drei weiteren netten Jungs aus dem Hostel vorbei. Yeah!



















Ausnahmsweise durfte Catie, meine eine Mitbewohnerin, auch kurz dazu kommen. Jude, die andere Mitbewohnerin, ist jetzt erstmal für drei Wochen in Irland, von daher gibt es erstmal kein Foto von ihr zu sehen.



















Jaja, so langsam kommt auch hier der Sommer. In St Kilda war der Strand aber noch relativ leer, wie man sieht.



















Das kann natürlich an dem Umbau der Beach Station liegen, die wohl noch schnell vor dem grossen Ansturm fertiggestellt werden soll.



















Nachdem ich genug Brunswick erkundet hatte, wollten Burkart und ich mal wieder was Neues sehen. Wie gut, dass nicht weit entfernt der riesige Yarra Bend Park lag, wo meine Tröte uns sicher hinbrachte und endlich mal wieder zum Einsatz kam.



















Auf der Brücke über dem Yarra River.

























Platypusse gab es diesmal leider nicht zu sehen. Aber dafür machte Burki ne grosse Klappe.

























Unser Spaziergang führte uns zu den niedlichen Dights Falls.



















Der Hitze enstprechend, entblösste Burki erstmal seine schon fast braunen Oberarme und knackigen Waden.

























Dann kam der Tag, auf den alle Melburnians gewartet hatten:
Cup Day.



















Die ganze Stadt stand still. Es war Feiertag. Und das nur in Victoria. Wichtigstes Accessoire an diesem Tag: Ein Hut.

























Wenn der nicht saß, dann konnte nur noch das Kleid oder die hohen Schuhe das Aussehen retten.

























Auch nicht schlecht: Der Rockabilly Style.

























Ganz Melbourne war auf den Beinen.



















Wirklich keiner wollte dieses unglaublich kurzweilige Ereignis verpassen.



















Sie gingen zusammen durch dick und dünn.



















Nur knapp drei Minuten, dann war der Spuk auf dem Flemington Racecourse auch schon wieder vorbei.



















Nur gut, dass ich es mir zum eigentlichen Rennen schon wieder im Wohnzimmer vorm Fernseher gemütlich machte und mit Freunden Wetten abschloss. Drei mal dürft ihr Raten, wer den 1. und 3. Platz gemacht hat?! Shocking war nicht nur das kurze Rennen, sondern auch der Name des Gewinnerpferdes.



















Im Hinterhof unserer Hauses war bereits alles für das anschliessende BBQ vorbereitet.



















Catie posierte auch noch einmal brav vor der Terrassentür.



















Dann ging's los. Mit Maike und mir als Grillmaster.



















Mit den Freunden von Catie und Burki's Hostelkumpanen hatten wir dann endlich wieder "Full House".



















Warum muss ich eigentlich in ein paar Wochen wieder zurück nach Deutschland? So kann man defintiv auch seine Feiertage verbringen!



















In South Yarra probierte ich zwei Tage später meinen ersten Smoothie. Mmh, lecker!



















Und zu meiner Erstaunung stellte ich fest, auch hier ist ja bald Weihnachten...

























Doch davor will ich noch so viel wie möglich von Melbourne entdecken. Also radelte ich einfach mal zum Royal Park und schmökerte in meinem neuen Dexter-Roman von Jeff Lindsay.



















Auch das Freiluftkino darf hier natürlich nicht fehlen.



















"The Wizard Of Oz" auf dem Federation Square.



















Doch was wäre Melbourne ohne seine vielen Liveclubs. Das Toff in Town in der Swanston Street verwöhnte mich wieder mit guter Singer-Songwriter-Musik von Coby Grant, wo ihr neues Video Premiere feierte (http://www.youtube.com/watch?v=Z4ofC1vd-NE). Man glaubt gar nicht, wie viele hörenswerte Acts es hier in Australien gibt. Davon kann die Deutsche Musikszene nur träumen...

























Mo: 30 °C, Di: 30 °C, Mi: 29 °C. Do: 28 °C, Fr: 29 °C
Es ist Sommer in Melbourne, besser gesagt Frühling. Wie lange ich doch darauf gewartet habe! Noch vor knapp zwei Monaten war ich mit Daniela an der Brighton Beach. Das sah dort ungefähr so aus. Menschenleer.



















Vor wenigen Tagen dann so.



















Wahnsinn, wie schnell sich hier das Wetter ändern kann. Ein erfrischendes Bad im Meer ist bei diesen Temperaturen genau das Richtige. Wenn es doch nur nachts auch mal ein bisschen abkühlen würde...



















Ein weiterer von mir bisher unentdecker Stadtteil Melbournes war Williamstown.



















Fast noch schöner als Brighton Beach mit mehr Jungvolk als Familien. Und das an einem Wochentag. Herrlich! Zugegeben, mit den Stränden in Sydney natürlich nicht zu vergleichen. Dafür ist das Wasser hier aber relativ flach, ruhig und wird von keinen Haien heimgesucht.



















Williamstown ist eines der ältesten Siedlungen in Victoria und hat sogar einen tollen Segelhafen.



















Am Abend gab es für mich dann eine weitere Neuheit, diesmal zum Verzehren. Das in Melbourne äußerst populäre Chicken Parmigiana - warum auch immer! Yam. Passend dazu der Jug of Carlton Draught.

























FARGO's Top 5 Shortlist für das St Kilda Festival:
Chasing Gravity: Interesting Mix of Psychedlica, Rock and Synths.
http://www.myspace.com/chasinggravity

Dan Webb: Distinct keyboard and rock vibe. Keeps me moving my feet.
http://www.myspace.com/danwebbmusic

Drugs in Vegas: Poppy rock outfit with very melodic sound. Wants me to sing along.
http://www.myspace.com/drugsinvegas

Fraud Millionaires: Pure summer feeling. Easy raggae listening!
http://www.myspace.com/fraudmillionaires

Freya: Actress turned songstress. Very quiet, but warm melancholic and emotional voice.
http://www.myspace.com/freyastafford


Aktuelle FARGO-Hörtipps:
Whitley - Poison in our pocket
Der neue Star am australischen Musikhimmel. Der charismatische 22-jährige aus Melbourne erzählt Geschichten von Liebe und Verlust, wie sie sonst nur Conor Oberst von Bright Eyes hinbekommt. Whitley verbindet organisch akustisch angehauchte Sounds mit elektronischen Einflüssen, die einen so schnell nicht mehr loslassen.
http://www.myspace.com/whitleymusic

Washington - How to tame lions
Nicht nur die derzeitige Mitbewohnerin von Whitley, sondern auch ein blühender Stern unter den Indie-Pop-Songwriterinnen. Feist lässt grüssen!
http://www.myspace.com/meganwashington

Angie Hart - I'm afraid of Fridays
Wer erinnert sich nicht an das 1994 von ihrer früheren Band Frente! gecoverte "Bizarre Love Triangle" von New Order. Die von Adelaide nach Melbourne umgesiedelte Sängerin besticht auf ihrem neuen Album einmal mehr mit ihrer unverkennbaren Stimme und melancholischen Popmelodien.
http://www.mysapce.com/angiehart

3 Kommentare:

  1. Mhmmm... irgendetwas ist an meiner Australien-Planung schief gelaufen. Wieso nochmal, bin ich kurz vor Sommerbeginn in Australien abgereist, um nun im Dauernieselregen in Hamburg zu verweilen?
    Vielleicht solltest nicht DU zurückommen, sondern ICH...!

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  2. das hast du ja nette Pics rausgesucht ;P
    Burkart

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  3. Gute Musiktipps!
    Aber wenn ich den Song Ishmael von Washington höre, vermisse ich Dich noch mehr...

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