Samstag, 28. März 2009

Der Norden.

Eine richtige Stadt. Cool, wer hätte das gedacht! Nachdem wir drei Wochen auf der Südinsel nur kleine Kaffs und Möchte-Gern-Städte á la Christchurch gesehen hatten, stach uns Welington mit seiner wahren Größe, ungewohnter Ampelführung – sonst gab es kaum welche, und richtig viel Verkehr staunende Zustimmung. Endlich eine Stadt, in der man sich vorstellen könnte, länger zu leben. So wie eine alte S&J-Kollegin von mir, die wir gleich zum leckeren Chai Latte zum Mittag am Hafen trafen. Bereits mit einem festen Job gesegnet und einer Permant Residency in der Tasche will sie hier noch mindestens 1-2 Jahre bleiben. Richtig so!

Sogar Werbung in Form von City Light Posters gab es hier. Ein Beispiel anbei:













Ja, auch die Kiwis wollen hübsch sein. Fernsehen haben wir hier seit Wochen nicht gesehen, aber Topmodels mal ohne Heidi’s „Ich habe leider kein Foto für Dich“ wäre bestimmt eine interessante Alternative...

Nur noch knapp 10 Tage blieben uns, bevor wir unseren jetzt doch sehr lieb gewonnen Camper wieder abgeben müssen. Aber wie nutzen? Welche Route nehmen? Wir entschieden uns für das Prinzip „Ab durch die Mitte“ und fuhren schnurstracks zum Tongariro National Park, um das Vulkangebiet rund um den viel zitierten „Mt Doom“ – eigentlich Mt Ngauruhoe – aus Herr der Ringe zu bewandern. Leider hielt die Sonne aus Welly nicht an und wir sahen mal wieder gar nichts. Trotzdem nahmen wir uns einen längeren Walk vor, um zumindest den Versuch nicht zu scheuen, doch noch rauchende Krater und schneebedeckte Gipfel zu sehen. Nach fast 6 Stunden Fussmarsch sahen wir aber nur grüne Lava-Landschaften, die uns stark an die Lüneburger Heide erinnerten










und Nebel – nein, dass ist kein weisser Hintergrund, sondern richtig dichter Wolkendunst, der uns in Kombination mit absolut heftigem Wind nur schwer den Weg finden liess. Zum Glück haben wir uns nicht auf den beliebten Alpine Crossing getraut, der um einiges höher uns wohl „Flügel“ verliehen hätte.










Weiter nach Norden auf dem Plan, ging es nach Taupo und Rotorura, bekannt für ihre Thermal Areas und blubberndes Hot Springs. Im Hidden Valley erforschten wir also sprühende Geyser, Mud Holes und heisse Quellen. Das erinnerte mich alles wage an den Yellowstone Park in Canada, den ich als kleiner Bengel mit meinen Eltern besuchen durfte. Toll, sowas hätte man gerne im eigenen Garten, um sich seine Kartoffeln mal eben gar zu kochen. Ha ha!


Noch besser gefielen uns aber die brodelnden Schlammlöcher, die uns fast ins Gesicht sprizten.



Dann ging es los an den ersten unserer viel besuchten und besonders geliebten Strände im Norden. Erst im nach hinein fiel uns auf, dass die Nordinsel zwar nicht ganz so viel unterschiedliche Naturgewalten, dafür aber die tollsten Strände hat, die wir je zuvor gesehen haben. Wahnsinn, wie schön es hier ist. Weiss gar nicht, wie Australien dass noch alles wieder wett machen soll.

Angefangen hat unsere Strandsehnsucht bzw. unsere Inkarnation zu wahren Beach Fanatics am "Mount" oder richtig Mt Manganui an der Bay of Plenty. Sehr coole Surfer buhlen sich hier mit Seglern und Yachtbesitzern an beiden Seiten der Landzunge um die bessere Bucht. Beide Gruppen sind jedenfalls stolz auf ihren kleinen Hausberg, der direkt an der Spitze von beiden Stränden vorm Hafen von Tauranga uns sehr wohl fühlen liess.










Leider war hier die Zeit noch nicht reif für mich, wieder aufs Brett zu steigen, aber posieren auf dem feinen Sand, dafür reichte die Zeit gerade noch.











Gegenüber der Bucht gab es noch weiter kleinere Inseln zu sehen, die diesen angenehmen Ort noch gemütlicher machten.










Hätten wir doch nur mehr Zeit...
Naja, das passiert, wenn jeder einem etwas von der Südinsel vorschwärmt und wir uns extra für den Norden nur noch ein paar Resttage frei gehalten haben. Egal, wir kommen wieder!










Auf zur Waihi Beach, die sich neben einem ähnlichen kleinen Berg direkt am Strand entlang zog und uns mit Tausenden von Muscheln in Erinnerung blieb.
















Weiter nördlich, kurz bevor wir uns an weiteren Stränden in der Coromandel Region labten, fuhren wir noch kurz an dem Städtchen Paeroa vorbei, bekannt für ein Erfrischungsgetränk namens Lemon & Paeroa, oder kurz L&P, das ausschließlich in Neuseeland hergestellt und vertrieben wird. Mittlerweile von Coca-Cola hergestellt, hat es uns schon so einige Male den Durst gelöscht. „World famous in New Zealand“ ist aber nur ironisch gemeint.












Unsere Reise zu den wunderbaren Coromandel führte an engen Strassen und grünen Landschaften vorbei, die wir bereits aus der Südinsel kannten und inzwischen gewohnt waren.
















Da das Wasser hier um einiges wärmer war als im Süden, erfrischten wir uns gleich um 8 Uhr morgens an unserem ersten Stop: Otama Bay. Keine Menschenseele weit und breit, war dies unsere erste Erfahrung mit dem Meer in Neuseeland. Paradiesisch gut und viel besser geeignet als Wachmacher als ein Instant Kaffee auf unserem Gaskocher.











Von kalt, zu warm, zu ganz heiss! Auch wir konnten dem Ruf der anderen Touris nicht entfliehen und machten uns auf, die heissen vulkangesegneten Quellen an der Hot Water Beach zu besuchen und dem Motto "Burn your bum" Folge zu leisten. Nur mit einer Bratkelle (schreibt man das so?!) ausgestattet, buddelten wir uns mit ein paar "wenigen" Mitausgräbern unseren eigenen Hot Spring.










Puh, das war wirklich richtig schön kuschelig warm. Nur schade, dass die Flut dem Treiben schnell wieder ein Ende bereitete und wir uns wieder an normale Temperaturen gewöhnen mussten.











Next Stop Cathedral Cove. Nur wenige Kilometer von der Hot Water Beach entfernt, mussten wir bei dieser Bucht einfach in die Luft springen. Eine wie eine Kathedrale aussehende Felsspalte, die zu einem der traumhaftesten Strände führte, die wir bisher in NZ gesehen hatten.













Nochmal ein drittes mal Baden gehen wollten wir nicht, genossen jedoch das Meeresrauschen, die Sonne und den Blick in vollen Zügen.










Wer will da noch Pinguine und Seelöwen sehen. Brrr....










Dem nicht genug verwöhnten wir uns noch mit der leicht abgelegenen Opoutere Beach - auch menschenleer an einem Sonntag nachmittag - und fuhren weiter zu einem für uns ungewöhnlichen Schlafplatz.










In Onemana Beach durften wir nämlich eine Nacht in einem Holiday Home eines alten Kollegen meines Vaters verbringen, mit großer Terrasse und Blick auf den Strand.












Sehr ungewohnt, mal wieder in einem richtigen Zuhause zu wohnen. Aber genossen und genutzt haben wir das natürlich trotzdem. Vielen Dank an Ian, den wir später noch mit seiner sehr netten Familie in Auckland kennenlernen durften.










Nicht ganz auf der Strecke, aber für mich ein Muss, fuhren wir zu dem Surfer Hot Spot Raglan, der mit Black Sand Beaches (wirklich richtig dunkler, fast schwarzer Sand) und hohen Wellen auf uns wartete.









Auf der Ngaranui Beach trafen wir dann auf Stylosurfer, die lieber am Strand chillten, als sich in die waghalsigen Wellen zu stürzen.










Mmh, so wie auf dem Foto möchte ich das eigentlich auch bald können, aber leider war hier der Verleih morgens um 9 Uhr noch nicht in Betrieb, so dass meine Surffortschritte wohl noch etwas warten müssen...










Unser Weg durchquerte Auckland weiter nach Norden, zum Northland. Ein sehr beliebter Strand für die Silvester-Feierwütigen - Uretiti Beach - brachte mich dort schon wieder in Hüpflaune.











Auch Matapouri Bay, in der wir wieder unsere Badesachen nass machten, hielt unsere Freude aufrecht. Wieder kaum Menschen weit und breit...










Keine Strandkörbe.










Keine Strandmuscheln.










Ein absolutes Highlight dann Matai Bay. Hier kam ich mir vor wie damals auf den Malediven.
Türkisblaues Wasser, kristallklar, aber leider keine Korallen.










Hier ein Freudensprung.










Weisser Sand und Muscheln, wohin das Auge reicht.










That's the way I like it.










Noch nicht genug von Norden und Weite führte uns unser Camper bis hoch nach Cape Reinga. Obwohl es nur noch wenige Stunden bis zur Abgabe unseres Weggefährts waren, beschlossen wir, auch diesen Höhepunkt nicht auszulassen.










Gute Entscheidung! Die Strecke hierher sah nicht viel anders aus als Ostfriesland und die letzten 20 km unsealed road waren die Hölle, doch es hat sich gelohnt: Weite, nichts als Weite.











Hier trifft der Pazifische Ozean auf das Tasmanische Meer.










Vor kurzem noch am Slope Point im Süden, jetzt ganz im Norden.
What a feeling!














Ganz in der Nähe auf dem Weg wieder zurück ins Inland hielten wir noch bei den Giant Sand Dunes Te Paki an.










Hier fühlten wir uns wie kleine Ameisen und fanden nur schwer den Weg zur Ninety Mile Beach.










"Daniela, wo bist Du?"










Oh, hier springe ich wieder...










Die Düne ruft, und ich komme runter...














Kurz vor Auckland sahen wir uns noch Tane Mahuta an, den größten bekannten Kauri-Baum, der zu den größten heute noch lebenden Bäumen überhaupt zählt. Seine Stammlänge beträgt 51,5 m und sein Umfang in Bodennähe 13,77 m, was einem Durchmesser von fast 4,5 m entspricht. Beeindruckend!













Dann war es soweit. Um Punkt 1 p.m. mussten wir unseren geliebten Camper in Auckland wieder abgeben. Was der alles durch - bzw. mitgemacht hat. Ganze 6.531 km sind wir damit in den letzten 30 Tagen quer durch Neuseeland geheizt! Eine gute Übung für Australien war das ganz bestimmt...

Schon erschreckend, wie viele tote Tiere hier uns unterwegs auf der Strasse begegnet sind. Mindestens alle 5 km trifft man auf einen Possum oder Vogel, der verunglückt mitten auf dem Asphalt klebt. Da dachte man, die Kiwis achten hier sehr auf ihre Artenerhaltung – Fehlanzeige.

Außerdem fiel einem auf, dass die Kiwis hier ihre Autolichter sehr anders nutzen, als wie wir Deutschen es tun. Wenn die Sonne hell erstrahlt, schalten sie ihre Lichter voll ein. Wenn es nahzu dunkel ist, sind die Lichter aus. Sogar im Tunnel lassen sie ihre Lichter ganz aus. Wenn überhaupt, dann sind die Parklichter an. Mmh, da sag‘ ich nur: Lampen an!
















Schnell noch zur Erinnerung unsere vier Autowände verewigt und auf ins nächste Abenteuer:
















Wie mit unseren tausend Klamotten zu Sallys Wohnung kommen, die Tochter von Ian, die uns netterweise für unsere drei letzten Nächte in ihrem Haus beherbergt hatte. Da tauchte auch schon wie gerufen ihr Verlobter Rowan auf, der uns freudig mit seinem Schlitten abholen wollte. Besser ging's nun wirklich nicht! Thanks man.

So genossen wir unsere letzten Tage in einer wirklich tollen Stadt. Wer sagt, Auckland ist hässlich, irrt. Zwar schon sehr Grossstadt, entpuppt sich Auckland doch als äußerst grün mit vielen netten Gegenden. Nur wenige Autominuten entfernt, sind diverse Strände, mehrere Inseln, Weinregionen und andere lohnenswerte Ausgflugsziele. Echt eine Stadt zum Leben und Arbeiten. Kaum jemand arbeitet hier länger als 5 p.m. Was machen die Kiwis nur mit ihrer ganzen Freizeit? Jetzt wissen wir's. Sie nutzen!

Wir nutzten sie auch und assen lecker Sushi - umgerechnet 50 c für eine Riesenrolle -














und fuhren nochmal an die Westküste zu zwei sehr beliebten Black Sand Surf Beaches.










Hier in Karekare wurden auch schon einige Filme gedreht. Unter anderem "Das Piano".
Bisschen kälter als die warmen Oststrände genoss ich die kleine Abkühlung.



















Am Abend zuvor luden uns Ian & Pam noch zu sich nach Hause zu einem typischen Barbie ein. In der Mitte sitzt die älteste Tochter Sally, die uns am Samstag abend sogar noch zu ihrer Engagement Party einlud.

Endlich erfuhr ich noch alte Geschichten über meinen Vater, die mich das ein oder andere Mal ganz schön schmunzeln liessen, Sogar zusammen gewohnt haben die beiden damals. Wer von den beiden zu der Zeit für das Kochen zuständig war, konnte er sich leider nicht mehr erinnern.










Das Haus von Sally & Rowan ist in der Gegend von One Tree Hill angesiedelt, benannt nach dem Hausberg, auf dem noch vor nicht allzu langer Zeit ein einzelner Baum stand. Sogar U2 haben auf ihrem "Joshua Tree"-Album ein Lied über diesen Hügel gesungen!









Jetzt kürt nur noch ein Obelisk die Spitze.













Von hier aus hatte man eine Wahnsinnssicht über ganz Auckland. Herrlich!










Zum Abschluss fuhren wir dann noch kurz zum Mt Eden, einer ebenso nach einem Hausberg benannten Wohngegend, die eine spektakuläre Sicht zur Skyline Aucklands über einen stillgelegten Krater bot.









Auckland - Eine Stadt zum Verlieben. Echt schade, dass unsere Neuseelandreise jetzt vorbei ist. Auf der Nordinsel hatten wir nur Sonnenschein, da tut das Scheiden schon weh. Aber ich bin mir sicher, Australien hat auch noch eine Menge zu bieten.

Seit gestern sind wir bei unseren Hamburger Freunden Filip & Anneke in Brisbane gelandet und gewöhnen uns allmählich an die noch tropisch feuchte Hitze. Was wir als nächstes vorhaben? Gute Frage! Wahrscheinlich uns nach einem neuen - diesmal eigenen - Camper umsehen und den nächsten Road Trip angehen. No worries.

Akueller FARGO-Hörtipp:
Phoenix – 1901
Meine Lieblingsfranzosen melden sich zurück. Endlich! Nachdem der Sänger seine Vaterfreuden mit seiner Freundin Sofia Coppola genossen hat, widmet er sich endlich dem, was er am besten kann: Tanzbare Grooves, die jede Muskeln in meinem Körper zucken lassen. Yeah...
http://www.myspace.com/wearephoenix

Montag, 16. März 2009

Paradies mit und ohne Ausweg.

Auf andere Camper verlassen. Das haben wir einfach mal ausprobiert und sind einem Geheimtipp zum nahegelegenen Örtchen Glenorchy gefolgt. Nur 48 km von Queenstown entfernt, erwartete uns eine sehr kurvenhafte Fahrt mit noch schöneren Ausblicken.










Der Ort selber ist nicht wirklich erwähnenswert, übernachtet haben wir dort aber trotzdem.
Zuvor haben wir uns aber noch ein paar Kilometer weiter nach Kinloch aufgemacht. Wie der Name schon sagt, gab es dort auch nur eine Lodge, sonst N I C H T S. Dafür durften wir uns noch ein paar Minuten im Paradies aufhalten, im Ort Paradise, der eigentlich keiner ist, sondern eine Strasse, die durch kameragerechte Berge führt. Hier sollen wohl auch ein paar Szenen aus „Herr der Ringe“ gedreht worden sein. Das passt!














Irgendwie witzig ist es schon, dass uns auf unserer Reise immer wieder dieselben Weggefährten begegnen. Bereits fuenf Mal ist uns ein anderes Pärchen bei verschiedenen Sehenswürdigkeiten immer wieder über den Weg gelaufen. Vielleicht haben wir deshalb auch mal einen kleinen Ausflug abseits der üblichen Route unternommen...

Also schnell zurück nach Queenstown, wo wir noch kurz ein Abschiedsbildchen mit einem steinernem Kiwi vorm Hafen gemacht haben - Echte sind uns bisher leider noch nicht begegnet.












Weiter ging unsere Reise nach Wanaka, einem wirklich zauberhaftem Städtchen direkt am gleichbenannten See. Endlich mal eine schöne Abwechslung zu den nicht gerade spannenden anderen größeren Städten, die wir bisher durchquert haben. Sehr gemütlich und einladend, mit einer sehr leckeren Eigenbrauerei – Wanaka Beerworks – und der Puzzling World, einem Funpark mit Irrgarten und diversen Kuriositäten.











Hier konnten wir aus Zeitgründen nur kurz stoppen, da wir uns unbedingt Zeit für die sog. Glacier Country nehmen wollten. Unterwegs immer wieder Regenbögen in voller Pracht. In Neuseeland ändert sich das Wetter fast stündlich. Sonne, Regen, Sonne, Wolken, Regen.










Zuerst machten wir uns auf, den Fox Glacier zu bestaunen, doch der direkte Weg dorthin war wegen Geröll- und Rutschgefahr leider gesperrt. Aber zum Glück konnte meine Superzoom-Kamera doch noch ein paar nette Bilder erhaschen.















So auch die ein oder andere Guided Tour, die ihren Weg durchs Eis machten...


















Der Franz Josef Glacier, angeblich der schönere von beiden, bescherte uns dafür nach einem nassen und nicht ganz einfachen Wanderweg, ein direktes Close-Up wenige Meter vom Eis entfernt.











Schon toll, wie das Gletscher-Wasser direkt aus dem Inneren zu einem Fluss wird.












Mmh, was wäre dieser ganze Trip ohne zwischendurch ein gekühltes Bier zu trinken? Die Kiwis scheinen da eine gute Lösung gefunden zu haben. Fast in jeder Stadt gibt es eine eigene Mikrobrauerei, die ihr eigenes Bier herstellt. So durften wir in Westport sogar eines der wenigen in Neuseeland zertifizierten Organic Beers trinken. „Organic“ heisst hier wohl nicht anderes als wie bei uns "Bio". Die West Coast Brewery produziert hier das wirklich geschmackvolle „Green Fern“, dass in dem Ort selbst als wahres Gold angesehen wird. Da konnten selbst wir nicht wiederstehen und haben uns wirklich den allerletzten Tropfen geschnappt!














Unsere Tour ging weiter nach Norden zu den Pancake Rocks in Punakaiki.











Ein wahres Highlight diese am Tasman Sea gelegenen Felsgesteine, die sich über Millionen von Jahren wie aufeinander gestapelte Pfannkuchen geformt haben.












Da bekame ich doch fast schon wieder Appetit...
















Mal wieder ganz entspannt vier Stunden wandern und am Ende mit dem Taxi abgeholt werden. Das haben wir uns am Abel Tasman Park in Marahau gegönnt.











Den im Sommer stark frequentierten, jetzt aber sehr angenehmen Coastal Walk an der Küste entlang, erforschten wir in kurzer Hose und T-Shirt, und genossen die einsamen Buchten, das himmelblaue Wasser und fast unberührte Natur.













Endlich am Anchor Bay angekommen, die erste Tagesstation einer eigentlich insgesamt 5-Tage dauernden Wanderung, schipperten wir mit einem wahnsinnigen Tempo in einem Aqua-Taxi direkt zu unserem Ausgangspunkt zurück. Praktisch!










Gerade dann wenn sich das Wetter wieder zu zieht und man am liebsten wieder ganz woanders sein möchte...










Am naechsten Tag sind wir dann nochmal zur anderen Seite des Parks gefahren, haben uns den noerdlichsten Strand der Insel angesehen und sind zu unserer letzten Station der Suedinsel aufgebrochen: den Marlborough Sounds!










Nicht zu verwechseln mit den Milford Sounds, die aus Gletschern geformt wurden, sind diese ein ausgedehntes Netzwerk an Wasserwegen und Halbinseln, die wir in strahlendem Sonnenschein mit einer "Sunday Afternoon Cruise" von Picton aus entdecken durften.










Ueberall blaues klares Wasser und mit einem saftigen gruen bedeckte Inseln, die mitten im Meer hervorstachen und einen Funken Paradies verspruehten. Irgendwer kann sich hier sogar ein Ferienhaus leisten. Das ware doch was fuer meinen Ruhestand...










Unterwegs besuchten wir auch noch eine Salmon Farm, die ganz gesittet und ruhig in einer der Buchten lag und leckeren Lachs zuechtete. Herrlich!










Warum kann die Sonne hier denn nicht bloss oefters scheinen?! Die Naechte im Camper sind in letzter Zeit naemlich nicht wirklich warm gewesen...

Am Montag, um 1.10 pm, dann die Faehrueberfahrt von Picton nach Wellington. Die Nordlichter fluechten auf die Nordinsel, sozusagen. Mehr dazu im naechsten Post!

Akueller FARGO-Hörtipp:
Mando Diao – Go out tonight
Mal wieder was Neues von den schon sehr mainstreamigen Schweden. Gefällt mir sogar fast noch besser als die erste Single vom neuen Album. Was meint ihr?
http://www.myspace.com/mandodiao

Sonntag, 8. März 2009

On the Road to Curio Bay and Milford.

Da ragten sie also aus dem Boden. Die Moeraki Boulders. Gut bei Ebbe sichtbar und perfekt, um mich ein wenig in Bewegung zu setzen und auf diesen felsförmigen Gesteinen mitten am Strand hin und her zu hüpfen. Sehr beeindruckend – ein absolutes Highlight!
















Weiter im Süden dann Dunedin. Eine sehr nette und lebhafte Studenstadt, die vor Pubs und Bars nur so sprudelte. Leider waren wir mal wieder an einem Abend dort, an dem wenig passierte und so amüsierten wir uns lieber an der steilsten Strasse der Welt, indem wir versuchten, aufrecht zu stehen, und aßen 5$-Sushi-Boxen en masse...
















In der nahegelegene Otago Peninsula verfolgten wir unsere Jagd nach Pinguinen und Seelöwen. Erstere nur kurz vor Sonnenuntergang sichtbar, sahen wir Letztere nur zuhauf an jeder Sanddüne in der Sonne brezeln. Dafür bescherte uns die Sandfly Bay eine unbeschreiblich fantastische Sicht auf einen menschenleeren Strand mit unvergesslichem Ausmass.
















Hier bin ich Mensch, hier möchte ich sein. Warum hier nur keine Surfer rumlungern?!
















Unverständlich.




















Sogar tolle Schattenbilder konnte man hier machen. Kreativ, oder?
















Von dort weiter südwärts durchquerten wir die Catlins, eine von Gott mit viel Naturwundern ausgestattete Landschaft, die uns zauberhafte Meerblicke bescherte und unsere Muender offen stehen liess.





















Am Nuggets Point dann ein fantastischer Blick aufs weite Meer. In welche Richtung kliegt nochmal Europa? Egal.
















Unterwegs besuchten wir die Lost Gypsy Gallery mit allerlei selbst gebastelten Funden, die uns sehr animierten und die wir am liebsten alle gleich mitnehmen wollten...
















Dann auf bis ans Ende der Welt - zum Slope Point, dem suedlichsten Punkt der Suedinsel.
















Wahnsinn dieser Wind, dieses Gefuehl! Weiter geht nicht. Nur die Stewart Island ist noch ein bisschen weiter weg. Aber wen stoert das schon?! Wir geniessen das Rauschen des Meeres und fahren weiter nach Curio Bay.




















Hier finden wir unseren bisher schoensten Campingplatz, mit Blick aufs Meer und auf die Delfine in direkter Naehe. Kaum angekommen, entscheiden wir uns, hier mindestens noch eine zweite Nacht zu bleiben. Hier der Blick von unserem Rastplatz.




















Erholung pur! Abends kurz vor Sonnenuntergang beobachten wir aus naechster Naehe die witzigen Yellow-Eyed pinguins, wie sie aus dem Meer zu ihren Nestern am Strand watschelten...




Nach einer erfrischenden Dusche geht es im Kilometer-Tempo ueber Te Anau zu den Milford Sounds, die uns an diesem Abend noch in herrlichem Sonnenlicht erstrahlen sollten. Auf dem Weg dorthin kamen wir an den Mirror Lakes vorbei. Wie der Name schon sagt: spiegelnde Seen, in denen die Berge bei klarem Wetter zu sehen waren. Wirklich schoen!
















Am naechsten Tag hatten wir unserer Tour gebucht. Leider die falsche Idee, denn es goss in Stroemen. Hier keine Seltenheit, bei 7 m Regen pro Jahr auf diesem kleinen Fleck der Erde. Mein Englisch-Leher aus der 7. Klasse Uwe Heidorn wuerde dazu sagen: "It's raining cats & dogs", wir dagegen versuchten krampfhaft unsere Kameras auf dem Schiff einigermassen trocken zu halten und diese gewaltigen Fjorde mit ihren Wasserfaellen auf unseren digitalen Chips festzuhalten. Einmalig, und sehr beeindruckend - dennoch!





















Die Fahrt mit unserem Camper ging weiter durch den kaum beleuchteteten (nur mit Reflektoren ausgestattet und schwarz wie die Nacht) Homer Tunnel zurueck nach Te Anau und weiter bis ganz nach Queenstown. Im mit Bungy-Jumpern voll gepacktem Nest direkt am wunderschoenen Wakatipu-See, genossen wir noch einmal die Pubszene mit der immer gleichen 'old-school Musik' und assen mal wieder richtiges zivilisertes Essen. Sonst gab es meist Pasta mit Sauce an unserem kleinen Gasfoehn. Oder wie auch immer man das nennt...

Akueller FARGO-Hörtipp:

Shwayze – Buzzin‘

Genau das richtige zum Chillen mit unserem Camper am offenen Meer.

http://www.myspace.com/shwayze

Sonntag, 1. März 2009

Aufbruch nach Neuseeland.

4:30 am. Der Wecker klingelt. Auf zum Flughafen. In ein neues Land: Neuseeland.Mmh, mit einer Stunde Verspätung in Christchurch angekommen lässt sich noch nicht viel von den unendlichen Weiten und der wahrhaft bildschönen Natur erahnen. Erst jetzt im selbst gemieteten Wohnmobil mitten auf einem verlassenen Parkplatz in Lake Tekapu können wir die Naturgewalten erschliessen und uns an dem türkisblauen See laben.
















Davor zwei Tage Schnelldurchlauf im nicht erwähnenswerten Städtchen Christchurch – heisst das wirklich übersetzt „Christuskirche“?, in dem wir unfreundliche und total uncoole Menschen beobachtet (okay, wir kommen gerade frisch aus Bondi Beach), kleine Häuschen gesehen und eine total nette Bekanntschaft mit der Hippie-Frau Anne aus Holland genacht haben. Bei ihr im Haus ganz am anderen Ende der Stadt durften wir zwei Tage Ruhe geniessen, Fish-Curry mit selbstangebautem Gemüse verzehren und uns auf unser großes Abenteur vorbereiten.

Frisch gestärkt vom einheimischen Bier in einer Mikrobrauerei an einem menschenleeren Montag abend und einem letzten Funken Großstadt mit dem Vampir-Teenie-Schinken „Twilight“ am Dienstag abend, ging es dann Mittwoch mit unserem „Cruiza“ in die Banks Peninsula, einem aus zwei Vulkanen geformten Inselgebiet östlich von Christchurch. Ganz schön waghalsig, diese ungeteerten und äußerst schmalen Strassen... Gerade dann, wenn auch noch der Nebel einem die Sicht versperrt.
















Unendliche Weiten. Dann Stille. Mitten im Vulkangebiet an einem kaum berührten Plätzchen mit ein bis zwei anderen verlorenen Seelen übernachteten wir in Pigeon Bay, einer kleinen Bucht auf halbem Weg nach Akaora, dem nächst „größeren“ Städtchen in der Umgebung. Mit uns am Tisch saß dann sogar noch ein älteres Pärchen aus Pinneberg. Sachen gibt’s.

Weiter ging’s zum Mount Cook, der uns in all seiner Pracht an einem himmelblauen Tag anstrahlte.




















Wir hatten Glück – am Tag darauf herrschten wieder dichte Wolken über dem Gebirge und die Japaner in ihren Reisebussen konnten nur erahnen, was sich hinter dem Dickicht abspielte... Auf unserer kleinen Wanderung im Hooker Valley konnten wir unsere Füße noch in einem eiskalten Glacier Lake – im wahrsten Sinnen des Wortes – abkühlen. Brrrrrh.

















Kurz vor Dunedin kamen wir noch an dem kleinen Fischerdörfchen Mouraki vorbei, an dessen äußersten Rand wir Zeuge von einem wahren Naturereignis wurden: Seehunde und Piguine in freier Wildbahn. Wow! Das muss man den Kiwis echt lassen: mit Natur haben sie’s echt drauf, mit Freundlichkeit dagegen eher weniger. Aber seht selbst!















Aktueller FARGO-Hörtipp:
Yeah Yeah Yeahs – Soft Shock
Brandneu. Verdammt guter Beat aus New York City!
http://www.myspace.com/yeahyeahyeahs

­­Baywatch in Manly und Surfen in Bondi.
















Die letzten Tage in Sydney haben uns noch ein paar nette Aussichten geschenkt. So wissen wir jetzt endlich, wie hier die Lifeguards aussehen... Mmh, weibliche Rettungsschwimmer scheint es zumindest wie hier in Manly nur selten zu geben. Aber bei dem Anblick wie im Bild zu sehen, kann ich verstehen, dass die Mädels hier lieber gerettet werden, als selber hilflosen Geschöpfen hinterherzuspringen und durchs Wasser zu ziehen.
















Gebadet haben wir dann zum allerersten Mal in Australien am Shelley Beach, einem kleinem Strand nördlich vom weitaus größeren Manly Beach. Dort war das Wasser sehr still und genau richtig temperiert für eine kleine Abkühlung. Abends ging es dann noch mit einer alten Freundin echtes Löwenbräu am Fährableger trinken.
















Nach einem kurzen Showerintermezzo am Vortag habe ich mich wirklich getraut, mir sonntags am Bondi Beach ein Surfbrett zu leihen und für 2 Stunden mein Glück zu versuchen. „Wahnsinn, diese Wellen“ würde ich sagen. „Pippikram“, ein Local, der schon ganz andere Wassermassen mit dem Brett erklommen hat. Trotz großer Frustration, aber mit viel Ehrgeiz bin ich also raus ins Meer, um die perfekte Welle für mein Anfängerbrett und mich zu finden. Eher schwankend erhaschte ich ab und zu einen Ritt, der mich aber schnell wieder zu Boden warf und gewaltige Wasserströme wieder über mich zusammenbrachen. Was für ein Spaß, der leider wohl noch ganz viel Übung Bedarf. Fotos davon gibt es natürlich noch keine zu sehen.

Akueller FARGO-Hörtipp:
Tennis – Wanted
Eine Band aus Sydney, die noch keinen Plattenvertrag in der Tasche hat und mindestens genauso gut war wie der Haupact „ Her Space Holiday“, die ich an einem Samstag abend in der Oxford Art Gallery, kennen- und lieben gelernt habe. Wäre ich A&R-Manager, diese Band würde alles wegrocken...